Offene intern. Baden-Württembergische Meisterschaften weiblich

Der ASV Ladenburg hat den Baden-Württembergischen Meisterschaften im weiblichen Freistil einen Rahmen gegeben, wie man ihn sich für solche Titelkämpfe wünscht: straffe Abläufe, klare Strukturen an den Matten und eine Organisation, die den Sport in den Mittelpunkt stellte. Das Teilnehmerfeld bot in allen Altersklassen engagierte, technisch ordentliche Begegnungen – und weil der Zeitplan durchgehend hielt, war das Turnier bereits gegen 17 Uhr sportlich entschieden, ehe die Medaillen ohne lange Wartezeiten überreicht wurden.

Auch in der Breite stimmte das Bild: Der SC Korb stellte das größte Teilnehmerinnen-Aufgebot und prägte die Meisterschaften damit sichtbar – nicht nur durch Präsenz, sondern auch durch Platzierungen und Finalteilnahmen. Zu den erfolgreichsten Vereinen des Tages zählte zudem der AB Aichhalden: Die Athletinnen aus Aichhalden standen viermal auf dem Podest und holten dabei drei Meistertitel – damit stellte der Verein die meisten Siegerinnen des Turniertages. Gold holten Sarah Schullian (Frauen 57 kg), Svea Reichmann (Frauen 68 kg) und Josefin Richter (U12 41 kg), Bronze ging an Liv King (U17 57 kg).

Sportlich ragten drei Athletinnen heraus, weil sie nicht über einen einzelnen „schnellen“ Kampf, sondern über mehrere Duelle hinweg konstant kontrolliert rangen und kaum technische Punkte abgaben:

Lisa Laible (SG Weilimdorf, Frauen 62 kg) lieferte einen Auftritt, der in Sachen Dominanz kaum zu überbieten war. Ihre Kämpfe waren geprägt von sauberer Technik, konsequenter Punktesammlung und stabiler Defensive – entscheidend: sie blieb in den maßgeblichen Duellen punktarm für die Gegnerinnen, bis hin zu klaren Ergebnissen. Der Titel war am Ende Ausdruck eines rundum vollständigen Turniers.

Sarah Schullian (AB Aichhalden, Frauen 57 kg) überzeugte in einer stark besetzten Klasse mit bemerkenswerter Konstanz. Gerade im Pool- und Zwischenrundenmodus ist es entscheidend, nicht nur zu gewinnen, sondern die Kämpfe „klein“ zu halten und Fehler zu vermeiden. Genau das gelang Schullian: kontrollierte Aktionen, wenig Risiko in ungünstigen Lagen – und damit der verdiente Meistertitel vor Lena-Sophie Burtsche (SC Korb) und Finja Fischer (KSK Furtwangen).

Maya Wagner (ASV Daxlanden, Frauen 53 kg) zeigte ebenfalls die Qualität, die bei Meisterschaften zählt: Sicherheit über die gesamte Distanz und ein Stil, der gegnerische Wertungen weitgehend unterband. Ihre Siege waren weniger Spektakel als Substanz – technisch klar, taktisch reif und am Ende titelreif vor Maily Berthenet (Genlis Lutte France) und Mia Renaux (SG Weilimdorf).

Erwähnenswert blieb zudem Diana Torbin (Kampfkunst Ehrenkirchen e. V.), die sich bei den Frauen bis 50 kg an die Spitze setzte und damit eine der stabilsten Gewichtsklassen-Auftritte des Tages krönte. In den weiteren Frauenklassen gingen die Titel an Svea Reichmann (AB Aichhalden, 68 kg) sowie Sara Gentner (KSV Aalen 05 e. V., 76 kg) – Ergebnisse, die die Leistungsdichte auch oberhalb der „klassischen“ Mittelgewichte unterstreichen.

Im Nachwuchs wurden zahlreiche Finalkämpfe mit viel Einsatz geführt. In der U12 setzten sich unter anderem Pauline Boger (TSV Dewangen, 21 kg), Lena Koracin (SG Weilimdorf, 24 kg) oder Katharina Gareis (TSV Burgebrach, 25 kg) durch. In der U14 hießen die Meisterinnen beispielsweise Arianna Fibich (KSV Appenweier, 35 kg), Rut Negru (SC Korb, 42 kg) und Zara Ölmez (KSV Kirchheim, 66 kg). In der U17 ragten die Titel von Frederika Grosse (ASV 1885 Freiburg, 49 kg), Lillith End (AC Ziegelhausen, 53 kg), Amelie Flamm (RKG Freiburg 2000, 57 kg) oder Emma Steuer (KV Riegelsberg, 61 kg) heraus.

Unterm Strich bleibt: sportlich gutes Niveau, organisatorisch ein Volltreffer – und ein Turniertag in Ladenburg, der zeigt, wie professionell der weibliche Ringkampfsport in Baden-Württemberg inzwischen aufgestellt ist.