Endrunde BL / Playoff-Viertelfinale: ASV Schorndorf steht im Halbfinale und trifft dabei auf den ASV Mainz

In einem wahren Wechselbad der Gefühle unterlag der ASV zwar mit 12:16, zog aber aufgrund des Vorsprungs aus dem 14:8-Sieg im Heimkampf ins Halbfinale ein. Nichts für schwache Nerven war am Samstagabend der zweite Viertelfinalkampf des ASV Schorndorf beim SC Kleinostheim. Dort trifft man nun auf den ASV Mainz 88, der den KSV Köllerbach ebenfalls nur mit knapp zwei Punkten Vorsprung besiegte.

Der Abend begann mit einer 0:6-Niederlage von Georgios Scarpello gegen Dritten der U23-Weltmeisterschaft, Adem Burak Uzun. „Georgi war nicht zu weit von seinem Gegner weg. Mit ein bisschen mehr Erfahrung hätte er das Ding noch enger halten können, aber wir hatten die Niederlage einkalkuliert“, sagte Headcoach Volker Hirt. Im Schwergewicht machte Fatih Yasarli genau das, was gegen das Kleinostheimer Eigengewächs Tim Zewetzki erwartet worden war: Er holte einen Überlegenheitssieg.

Auch Georgi Vangelov erfüllte seine Aufgabe und verbuchte im hart erkämpften Duell gegen Niklas Stechele einen 8:0-Sieg, mit dem er drei Zähler für sein Team holte.

Weniger zufrieden war Volker Hirt diesmal mit Nico Brunner, der nach einer 2:0-Führung gegen Jan Zirn noch mit 2:8 unterlag. „Hier hatte ich mir einen Sieg erhofft. Wenn er taktisch etwas cleverer ringt, kann er das Ding gewinnen. Aber er hat seinen Gegner wieder in den Kampf reingebracht. Das hätte nicht sein müssen“, so Hirt.

Im griechisch-römischen Stil bis 66 Kilogramm zauberte der Trainerfuchs zum zweiten Mal in dieser Saison Sultan Assetuly aus dem Hut. Der Kasache landete gegen Ilir Sefai kurz vor Schluss einen Schultersieg und holte damit vier ganz wichtige Punkte zur 11:4-Pausenführung.

„Mit 11:4 in die Pause zu gehen, war beruhigend. Es hätte viel passieren müssen, damit Kleinostheim diesen Rückstand noch aufholt – und es ist dann auch tatsächlich noch einiges passiert, mit dem ich nicht gerechnet hatte, so dass es am Ende mit dem Weiterkommen doch noch knapp wurde“, berichtete Volker Hirt, der in der zweiten Halbzeit eine emotionale Achterbahn erlebte.

Schon die 5:7-Niederlage von Benjamin Sezgin gegen Christoph Henn brachte das Blut des ASV-Headcoachs ins Wallen: „Benjamin hatte den Hinkampf gegen Henn klar gewonnen und ich hatte einen Sieg für uns auf dem Zettel. Er hatte nach dreieinhalb Minuten klar mit 5:2 geführt, hat sich dann aber einlullen lassen und ließ sich sogar noch zu einem Kopfstoß hinreißen. Damit hat er seinen Gegner wieder stark gemacht. Das war für uns eine bittere Niederlage und es hat sich bewahrheitet, was ich dem Team kurz vorher in der Pause gesagt hatte: Endrundenkämpfe haben ihre eigenen Gesetze.“

Hätte Shamil Ustaev im Anschluss gegen Saba Bolaghi verloren, wäre der ASV Gefahr gelaufen, den Vorsprung aus dem Hinkampf zu verspielen. Doch der 21-Jährige konnte sich gegenüber dem knappen Sieg im Hinkampf nochmal steigern und einen 4:2-Sieg landen. Ganz einverstanden war Volker Hirt mit diesem Ergebnis jedoch nicht, sah er seinen Schützling doch bei mindestens einer Szene benachteiligt.

Auch im Griechisch-Römisch bis 80kg haderte er damit, dass Karan Mosebach gegen Pascal Eisele in der letzten Minute in die Bodenlage geschickt wurde. Der routinierte Kleinostheimer ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und baute seinen 2:0-Vorsprung mit drei Durchdrehern auf 8:0 aus, wodurch die Gastgeber gleich drei statt nur einem Zähler zugeschrieben bekamen.

Auf Schorndorfer Seite wurde man immer nervöser, zumal klar war, dass das ASV-Eigengewächs Panagiotis Kalpakidis im nächsten Kampf gegen Alexandrin Gutu eine Vier abgeben würde. „Wir wollten nicht nur weiterkommen, sondern unbedingt einen Sieg holen. Dafür hätte beim Stand von 12:12 aber Murad Kuramagomedov gegen Yakup Gör gewinnen müssen. In der letzten Woche hatte er nur knapp verloren, insofern war ein Sieg nicht aus der Welt. Er hat natürlich diesmal fünf Kilo Gewicht gemacht, aber dann bricht er in Führung liegend in der zweiten Hälfte so brutal ein“, schüttelte Volker Hirt fassungslos den Kopf nach der 2:18-Niederlage des Ungarn. „Das war unbeschreiblich. Murad ist ein international erfahrener Ringer und ich kann nicht nachvollziehen, wie er sich so abschlachten lassen konnte.“ Kuramagomedovs Einbruch war letztendlich ausschlaggebend dafür, dass der ASV Schorndorf trotz des Halbfinal-Einzugs als Verlierer von der Matte ging.

„Wir waren erstmal nur enttäuscht, ehe wir dann nach und nach realisiert haben, dass wir jetzt unter den besten vier Teams in Deutschland sind. Natürlich sind wir überglücklich, dass wir im Halbfinale stehen“, so Volker Hirt. Jetzt gilt es für den ASV, sich optimal auf den ausgeglichen stark besetzten ASV Mainz 88 vorzubereiten.

Ab jetzt weiß Volker Hirt, ist alles möglich. Man kann Meister werden, kann aber auch untergehen. Wir werden alles daransetzen, den Hinkampf am nächsten Samstag in Mainz gut zu gestalten, damit wir dann am 12. Februar in Schorndorf den Finaleinzug perfekt machen können. Denn eines ist klar: Wir sind nicht so weit gekommen, um uns jetzt zufrieden zurückzulehnen. „Jetzt wollen wir ins Finale!

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