Endrunde BL / Playoff-Viertelfinale: ASV Schorndorf vs. SC Kleinostheim 14:8 (11:2)

Beinangriff von Shamil Ustaev gegen Saba Bolaghi © Günter Schmid

In einem hochklassigen Playoff-Viertelfinalkampf besiegten am Samstagabend die Spartaner vom ASV Schorndorf den SC Kleinostheim mit 14:8. Es war das von Headcoach Volker Hirt erwartete enge Duell zweier Teams, die beide Ambitionen haben, das Halbfinale der Ringer-Bundesliga zu erreichen.

Nur einer der zehn Kämpfe endete vorzeitig, die anderen neun gingen über die volle Distanz. Die Warrior von Kleinostheim wurden von einem fahnenreichen Fanclub unterstützt, dem aber von der ersten Kampfhälfte etwas die Luft ausging, als der ASV mit 11:2 in Führung ging. Die Schorndorfer Fans hatten da ihre Athleten lautstark unterstützt. Bereits der erste Kampf des Abends gab einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Engin Cetin und Niklas Stechele lieferten sich einen bis zum Ende offenen Kampf, den Cetin mit 3:2 für sich entscheiden konnte.

Einen klaren 10:0-Erfolg feierte anschließend im Schwergewicht Jello Krahmer gegen Jan Zirn. „Jello hat gut gekämpft und die Marschroute für einen hohen Sieg umgesetzt. Auch bei Georgios Scarpello wäre gegen Krisztian Kecskemeti ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Der Youngster gab beim 1:5 eine Sekunde vor dem Kampfende eine Zweier-Wertung und damit einen unnötigen zweiten Zähler ab. „Ich schreibe das seiner Unerfahrenheit zu. Unnötig war’s trotzdem“, so Volker Hirt. Über einen großen Erfahrungsschatz für wichtige Kämpfe verfügt dagegen Benjamin Sezgin. „Ihn haben wir als taktischen Kniff von 86 in 98 kg hochzogen und haben darauf spekuliert, dass Kleinostheim mit Christoph Henn das gleiche macht. Genauso kam es dann auch, und Benjamin hat beim 9:0 brutal stark gerungen“, lobte der Headcoach den routinierten Freistil-Spezialisten. Für die deutliche 11:2-Pausenführung sorgte schließlich Georgi Vangelov, der gegen einen sehr defensiv ringenden Ilir Sefai nach fünf Minuten einen vorzeitigen TÜS Sieg feierte. Nach der Halbzeit unterlag Nico Brunner wie erwartet gegen Pascal Eisele, lieferte jedoch einen starken Kampf und gab beim 0:4 nur zwei Zähler ab.

Der Schlüsselkampf, der die Weichen vollends auf einen Schorndorfer Sieg stellte, fand dann in der Klasse Griechisch-Römisch bis 71 Kilogramm statt. Da der ASV Schorndorf seinen Publikumsliebling Iuri Lomadze nicht zur Verfügung hatte, bekam Youngster Nils Buschner gegen Artur Tatarinov seine Chance, die er beim 5:1-Sieg auch bravourös nutzte. „Dass er nach 16 Sekunden einen Schulterschwung auspackt und gleich eine Vierer-Wertung holt, das war ganz wichtig. Ich bin total glücklich darüber, wie er die zwei Mannschaftspunkte nach Hause gebracht hat. Das war für das Team enorm wichtig“, so Volker Hirt. Einen Kampf auf Augenhöhe lieferten sich Murad Kuramagomedov und Yakup Gör – am Ende mit besserem Ausgang für den Kleinostheimer, der beim 4:2 einen Zähler für sein Team holte. Ähnlich spannend gestaltete sich das Duell zwischen Shamil Ustaev und Saba Bolaghi im Freistil bis 75 kg, das Ustaev aufgrund der höheren Wertung zum 2:2 für sich entschied.

Sauer war Volker Hirt über das 1:14 von Ilie Cojocari gegen Alexandrin Gutu im letzten Kampf des Abends. „Da hatte ich von Ilie einen wesentlich engeren Kampf erwartet. Dass er da drei Punkte abgibt, hat uns einen möglichen Acht-Punkte-Vorsprung verhagelt“, grantelte der Coach, der dennoch sehr glücklich über den Sieg im ersten Viertelfinalkampf ist: „Insgesamt haben wir eine tolle Mannschaftsleistung gezeigt. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir mit sechs Punkten Abstand gewinnen würden, hätte ich das sofort unterschrieben. Ich bin überzeugt, dass wir in Kleinostheim genauso konzentriert auf die Matte gehen und mit einem Sieg heimkehren werden.

Unsere ausländischen Ringer sind am nächsten Wochenende bei keinen Turnieren im Einsatz, so dass wir auf niemanden verzichten müssen und ein noch stärkeres Team stellen können.“ Während der ASV Schorndorf und der SC Kleinostheim am nächsten Samstag nochmal um den Halbfinaleinzug kämpfen, steht mit de SV Wacker Burghausen bereits der erste Halbfinalteilnehmer fest. Da dessen Viertelfinalgegner RSV Rotation Greiz ohne Zuschauer hätte ringen müssen, trat dieser sein Heimrecht an den Serienmeister der vergangenen Jahre ab. So kam es zu der kuriosen Konstellation, dass die Viertelfinal Heim- und Auswärtskämpfe zwischen den beiden Teams an einem einzigen Tag direkt nacheinander in Burghausen ausgetragen wurden. Der SV Wacker entschied die Duelle deutlich mit 29:5 und 26:6 für sich und steht nun als erster Halbfinalist fest.

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