BL Südost / ASV Schorndorf lässt Federn bei der 8:15-Niederlage in Nürnberg

Benjamin Sezgin © G.Schmid

Im Verfolgerduell der Ringer-Bundesliga Südost bezogen die Spartaner eine deutliche Niederlage gegen die Grizlys: Der ASV zog beim SV Johannis Nürnberg mit 8:15 den Kürzeren, konnte seinen zweiten Tabellenplatz aber durch den besseren direkten Vergleich behalten. Trotz der deutlichen Niederlage machten die Spartaner fünf knappe Einzelsiege.

ASV-Headcoach Volker Hirt war am Ende des Kampfabends mächtig angefressen – nicht wegen der Niederlage selbst, sondern wegen der Art und Weise, wie Kampfrichter Stefan Bittmann Einfluss auf den Ausgang mancher Kämpfe genommen hatte. „Ich hoffe, er schaut sich die Kämpfe nochmal an und lernt aus seinen Fehlern“, grantelte Hirt, betonte jedoch, dass nicht nur sein Team durch fragwürdige Entscheidungen benachteiligt wurde, sondern auch der Gegner.

Das Verfolgerduell begann mit einer 1:5-Punktniederlage von Gerogios Scarpello, der Fatih Yasarli einen 10:0-Punktsieg folgen ließ. Was dann folgte, war laut Volker Hirt „ein furchtbarer Kampf“. Georgi Vangelov setzte im Freistil bis 61 Kilogramm seinem Gegner Vladimir Dubov so zu, dass sich dieser fast durchgehend im Rückwärtsgang befand. „Da hätte der Schiri dem Nürnberger mindestens zwei oder drei Verwarnungen geben müssen. Stattdessen hat er nur eine gegeben, obwohl Dubov sechs Minuten lang nur rückwärts gegangen ist. Georgi konnte da noch so überlegen sein. Es war fast nicht machbar eine Wertung zu erzielen, und so konnte er nur einen Punkt für uns holen.“

Das gleiche Spiel wiederholte sich direkt im Anschluss im vierten Kampf des Abends nochmal. Nico Brunner und Erkan Celik starteten beide sehr passiv in den Kampf. Nach 1:18 Minuten musste der Schorndorfer Brunner deshalb in die Bodenlage. „Das war absolut in Ordnung so. Aber dann muss der Schiri in der zweiten Hälfte nach spätestens einer Minute Nico die Oberlage zusprechen. Das hat er nicht gemacht, und dann hat er sogar Nico ein zweites Mal auf den Boden geschickt – das war ein No-Go. Er hat damit Nico die Chance auf den Sieg genommen“, ärgerte sich Volker Hirt.

Im letzten Kampf vor der Pause brachte der ASV den Nachwuchsmann Anton Moser gegen den Weltmeisterschafts-Achten Deniz Menekse – eine eingeplante Niederlage, die nach 1:28 Minuten schnell besiegelt war. Damit ging man mit dem Stand von 7:4 für die Gastgeber in die Pause.

„Jetzt war klar, dass wir in der zweiten Halbzeit drei Kämpfe gewinnen müssen, um am Ende noch die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Das ist uns zwar auch gelungen, aber leider haben wir nur drei knappe Siege geholt, während Nürnberg in den beiden anderen Kämpfen die volle Punktzahl verbucht hat“, so Volker Hirt.

Benjamin Sezgin besiegte Andreas Walter durch clevere Beinangriffe. Nachdem er mit 8 Punkten geführt hatte, wollte er den Big Point setzen für drei Mannschaftspunkte, wurde jedoch von Walter gekontert und holte beim 8:2 Punktsieg 2 Punkte.

„Dann kam der nächste Hammer“, wie der Headcoach berichtet. „David Wolny hat gegen einen Tim Stadelmann gekämpft, der sich keine Sekunde bewegt hat. Als der Schiri dann auch noch David als den wesentlich aktiveren Ringer auf den Boden geschickt hat, haben sogar die Nürnberger Trainer gelacht. Der eine Punkt, den er trotzdem noch holen konnte, war leider zu wenig.“

Der Genickbruch für den ASV erfolgte dann mit der Schulter-Niederlage von Karan Mosebach gegen den amtierenden U-23 Weltmeister Tamas Levai zum 11:7. Ilie Cojocari konnte mit einem 4:2-Sieg gegen Istvan Levai nochmal auf 11:8 verkürzen, dann wurde es dramatisch.

„Murad Kuramagomedov hätte nun gegen Tim Müller eine Vier holen müssen, das hätte er selbst in Topform eigentlich kaum schaffen können“, so Volker Hirt. Kuramagomedov war jedoch alles andere als in Topform, wie sich bald herausstellen sollte. Er hatte zwar tatsächlich mit 8:0 geführt, doch dann stand er in der Pause kreidebleich vor seinem Trainer und konnte sich kaum auf den Beinen halten. „Wir haben ihn nochmal auf die Matte gelassen, ich habe dann aber nach viereinhalb Minuten den Kampf abgebrochen, weil ich befürchtet hatte, dass er einen Kreislaufkollaps erleidet. Er wurde dann auch in der Kabine ärztlich behandelt. Wie sich später herausgestellt hat, ist er krank in den Kampf gegangen, ohne es uns zu sagen. Das war für ihn persönlich sehr gefährlich und wir mussten die Reißleine ziehen. Da hat dann das Ergebnis auch nicht mehr groß interessiert“, so Volker Hirt.

Der ASV Schorndorf wird nun am kommenden Samstag zuhause gegen den Vorletzten RKG Reilingen/Hockenheim die Hauptrunde abschließen, bevor am 18. Dezember in Heilbronn die Auslosung für die Playoffs stattfindet.

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