BL West / 30:8 im ungleichen Duell gegen den Zweiten

Alexander Golovin spielte mit dem Olympia-Dritten Denis Kudla anfangs Katz und Maus. © Leo Pfister

Was im Vorfeld einen Bundesliga-Leckerbissen versprochen hatte, stellte sich am Samstagabend schnell als ein Muster ohne Wert heraus: Die RED DEVILS Heilbronn siegten im Kampf Erster gegen Zweiter gegen ihren Verfolger SV Alemannia Nackenheim ungefährdet mit 30:8. Die Gäste aus Rheinhessen hatten die Reise nach Heilbronn ersatzgeschwächt angetreten, und schon an der Waage war klar, dass die knapp 200 Fans, die trotz 2G+ Regelung den Weg in die Römerhalle gefunden hatten, ein ungleiches Duell zu sehen bekommen würden.

Und genau so kam es auch. In den fünf Kämpfen bis zur Pause gab es statt normalerweise 20 nicht einmal zehn Minuten Ringkampf-Action zu sehen. In der Klasse Griechisch-Römisch bis 57 kg waren es aber erstmal die RED DEVILS, die passen mussten. Da man mit Alexander Golovin erstmals den U23-Welt- und Europameister von 2018 aufstellte, der allein acht der insgesamt für die zehn Ringer erlaubten 28 Handicap-Punkte in Anspruch nahm, musste man die Leichtgewicht-Klasse unbesetzt lassen, was den Gästen aus Nackenheim eine 4:0-Führung einbrachte.

Für den Ausgleich zum 4:4 sorgte Eduard Popp im zweiten Kampf nach gerade mal 1:22 Minuten. Der Griechisch-Römisch Spezialist trat einmal mehr stilartfremd im Freistil an, hatte mit Tamerlan Paschajew aber keine Mühe. Beim Stand von 5:0 hatte er es geschafft, seinen Gegner auf die Schultern zu legen.

2:19 Minuten lang dauerte der Kampf von Jung-Devil Lucas Wolf gegen Mam Hai Milan Vu, dann hatte sein Gegner mit 15:0 gewonnen und den SV Alemannia Nackenheim mit 8:4 in Führung gebracht.

Was nun folgte, war eines der beiden Highlights des Abends. Alexander Golovin musste im Greco bis 98 Kilogramm gegen den Olympia-Dritten Denis Kudla antreten, der eigentlich 86 kg ringt und fast zehn Kilo leichter war als der Russische Vizemeister von 2021. Golovin legte los wie die Feuerwehr, und ehe Kudla richtig im Kampf angekommen war, lag Golovin bereits mit 8:0 in Führung. Diese baute er nach der Pause auf 14:0 aus, doch statt den einen nötigen Punkt für einen Überlegenheitssieg zu holen, wurde er nach vier Minuten zusehends passiver und musste noch vier Punkte abgeben. Mit einem Schmunzeln im Gesicht erklärte Headcoach Patric Nuding den plötzlichen Leistungseinbruch des Weltklasse-Ringers: „Alexander wurde vor ein paar Tagen im Iran Militär-Weltmeister. Am Freitag ist er vom Iran nach Moskau und vor dort aus direkt weiter nach Frankfurt geflogen, von wo wir ihn heute Morgen abgeholt haben. Er war von den Reisestrapazen einfach platt, hat aber in den ersten Minuten gezeigt, weshalb wir ihn geholt haben.“

Da Abdolmohammad Papi im Anschluss kampflos gewann, ging es mit einem Zwischenstand von 11:8 in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte gingen die „Festspiele“ der vorzeitigen Siege weiter. Tamiuraz Friev nach 1:16 Minuten gegen Bekir Demir und Cengizhan Erdogan nach 4:08 Minuten gegen Ahmet Cakici machten aus dem 11:8 ein 19:8. Yunus Emre Basar holte beim 12:0 gegen Dario Schmidhuber drei weitere Zähler zum 22:8, ehe Frank Stäbler einen spektakulären vorzeitigen Sieg gegen Ruslan Kudrynets folgen ließen. Dem Olympia-Dritten gelangen dabei gleich drei Überwürfe, die jeweils mit vier Punkten belohnt wurden.

Für den Schlusspunkt sorgte Daniel Sartakov mit dem zweiten Schultersieg des Abends. Nach 1:14 Minuten hatte er Lucas Günther bezwungen und den 30:8-Endstand hergestellt.

Die RED DEVILS setzen nun am kommenden Wochenende aus, ehe es am 11. Dezember zum neuen Tabellenzweiten nach Witten geht.

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