120 Fans feiern die „Bronze Boys“

Frank Stäbler (links) und Eduard Popp mit den RED DEVILS Fans. (Bild: Ralf Scherlinzky)

120 Fans der RED DEVILS Heilbronn waren am Mittwochabend zur Römerhalle gekommen, um die Rückkehr ihrer „Bronze Boys“ Eduard Popp und Frank Stäbler nach Heilbronn-Neckargartach zu feiern. Um Punkt 18 Uhr marschierten die beiden Olympioniken unter dem Jubel der Teilnehmer auf dem Parkplatz der Römerhalle ein, wo sie erstmal den Applaus für ihre Leistungen genießen konnten.

Innenminister Thomas Strobl, Oberbürgermeister Harry Mergel, Bürgermeisterin Agnes Christner und Landtagsabgeordneter Klaus Ranger – sie alle waren zu Ehren der beiden Spitzensportler zur Veranstaltung gekommen. Moderatorin Stefanie Wahl, Ressortleiterin Sport der Heilbronner Stimme, führte wortgewandt durch den Abend.

Thomas Strobl, der auf dem Rückweg von seinem Sommerurlaub direkt zur Römerhalle gekommen war, stellte nicht nur die herausragenden Leistungen der beiden Sportler heraus, sondern auch deren Charakter und die damit zusammenhängende Vorbildfunktion.

„Es ist für mich eine Ehre, den Bronzemedaillengewinner Frank Stäbler gemeinsam mit Eduard Popp begrüßen zu dürfen, der zusammen mit Ruderin Carina Bär den Sport in Heilbronn während der letzten zehn Jahre geprägt hat,“ sagte der Heilbronner OB Harry Mergel. „Ich habe den Leidensweg von Frank Stäbler mitverfolgt und ziehe meinen Hut vor seinem Leistungswillen. Bei Eduard Popp bin ich mir sicher, dass der achte Platz in Tokio noch nicht das letzte Wort ist. Ich sehe ihn vor meinem inneren Auge in drei Jahren in Paris auf dem Siegertreppchen stehen.“

Bürgermeisterin Agnes Christner war indes die Einzige in der Runde der Ehrengäste, die zumindest einen Teil der Olympiakämpfe live mitverfolgt hatte: „Ich habe den letzten Kampf von Frank Stäbler im Livestream angeschaut und war begeistert, wie er auf den Punkt abgeliefert und verdient Bronze gewonnen hat. Dieses erfolgreiche Ende seiner internationalen Karriere war sehr berührend.“

Berührend war für die beiden Olympioniken auch die Heimkehr nach Deutschland. Frank Stäbler erinnerte sich, wie sein Trainer ihn am Flughafen zur Gepäckabholung und dann zum vermeintlichen Zug nach Hause hetzte, eher er sich dann überraschend noch im Frankfurter Flughafen plötzlich inmitten seiner Kinder, seiner Frau und rund 70 Freunden wiederfand: „Wir haben bis tief in die Nacht in der DOSB-Lounge gefeiert und es war unglaublich zu spüren, dass die Medaille für so viel mehr steht als für meinen sportlichen Erfolg. Es ist so grandios, wieviele Menschen diese Medaille glücklich macht!“

Auch Eduard Popp hatte seine Frau und seine Kinder bei der Heimkehr aus Tokio gleich am Flughafen in die Arme schließen können. „Man ist noch relativ niedergeschlagen, weil es nichts mit der erhofften Medaille wurde. Dann kommt man heim und stellt fest, für sie kommt es nicht darauf an, wie erfolgreich man ist. Sie freuen sich einfach, wenn der Papa und der Ehemann wieder zuhause ist. Es war einfach nur schön, nach der fünfjährigen Olympia-Vorbereitung nach Hause zu kommen. Ich werde die Zeit mit der Familie in den nächsten Wochen ausgiebig genießen“, freute sich der 30-Jährige. Die Tatsache, dass er Ende April die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft gewinnen konnte, habe ihm für die letzten Monate vor Olympia nochmal eine extra Portion Motivation mitgegeben, erzählte „Eddi“ weiter.

Brennend interessiert waren die anwesenden Fans, als Stefanie Wahl Frank Stäbler zu seiner medienträchtigen Geste befragte, als er nach dem Gewinn der Bronzemedaille seine Ringerschuhe ausgezogen und auf der Matte hatte stehen lassen. „Diese Szene hatte ich schon seit Jahren für meinen letzten Kampf im Kopf. Ich hatte schon lange angekündigt, dass am 4. August 2021 meine Schuhe in Tokio stehen bleiben würden. Als es dann so weit war, habe ich ein Gefühl der Glückseligkeit verspürt, eine neue Freiheit, als ob ich tausend Ketten abgesprengt hätte“, so „Franky“. Ob er eigentlich wisse, was aus den Schuhen wurde, wollte die Moderatorin weiterhin wissen. „Dazu gibt es tatsächlich eine Geschichte“, grinste der dreifache Weltmeister. „Der deutsche Kampfrichter Uwe Manz hat sich auf die Matte durchgekämpft, um sich die Schuhe zu schnappen. Allerdings ist er nicht weit gekommen, ehe ihm die Schuhe wieder entrissen wurden – denn sie waren für das Deutsche Sportmuseum in Köln bestimmt, wo sie inzwischen nun auch stehen müssten.“

Die beiden Ausnahmesportler blicken nun mit Vorfreude der neuen Saison der RED DEVILS Heilbronn in der Bundesliga entgegen, die am 4. September mit einem Heimkampf gegen die Wrestling-Tigers Rhein-Nahe startet. „Ich muss erst mit unserem Trainer sprechen, ob er mich überhaupt aufstellt“, zwinkerte Eduard Popp, während Frank Stäbler zum Saisonbeginn noch aussetzen wird: „Ich bin seit meiner Rückkehr durchgetaktet, hatte heute bei Radio Ton mein 36. Interview in fünf Tagen und muss mal kurz runterkommen. Ab Mitte, Ende September werde ich dann aber durchgehend auf die Matte gehen – bis zum Finale!!!“

Während neben Frank Stäbler auch die Ehrengäste vom Finale oder gar vom Titelgewinn träumten, blieben Eduard Popp und RED DEVILS Abteilungsleiter Jens Petzold realistischer. „Die sportliche Leitung hat ein gutes Team auf die Beine gestellt, mit dem Großes möglich ist. Aber wir haben eine besondere Zeit, in der viele weitere Faktoren dazukommen als in einer normalen Saison. Wichtig ist, dass wir alle gesund bleiben“, sagte Eduard Popp. Auch für Jens Petzold steht die Gesundheit der Ringer an erster Stelle: „Wenn wir alle gesund bleiben und das Team vom Verletzungspech verschont bleibt, können wir Einiges erreichen. Nach dem unglücklichen Ausscheiden im Viertelfinale 2019/20 gegen Mainz haben wir beim Ringergott noch etwas gut. Das wollen wir in dieser Saison einlösen.“

Nach der überaus unterhaltsamen und informativen Gesprächsrunde mutierte der Parkplatz vor der Römerhalle zum „Fotostudio“. Die beiden Stars des Abends standen so lange für unzählige Selfies zur Verfügung und gaben zahlreiche Autogramme, bis alle Fans bedient waren und glücklich nach Hause gingen.

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