Der KSV Neckarweihingen – ein Blick hinter die Kulissen – Training in der Pandemie

Den Kopf in den Sand stecken war für die Verantwortlichen beim KSV Neckarweihingen nie eine Option. Egal mit welchen Hürden man im Verlauf der Pandemie zu tun hatte, man konnte immer noch auf einen Plan B zurückgreifen. Das sich das Quäntchen Mehrarbeit gelohnt hat, zeigt sich mittlerweile auch sehr eindrücklich an den Trainingswerten und Leistungen, sowie der nach wie vor anhaltenden hohen Motivation der Sportler.

Wieso das so ist, ist relativ einfach zu erklären. Ein hoch engagiertes Trainerteam, hat bereits zu Beginn der Pandemie ein klares Trainingskonzept auf die Beine gestellt, dass auch unter Berücksichtigung verschiedenster Eventualitäten, den Sportlern eine erstrebenswerte Perspektive aufgezeigt hat. Ein Baustein des Konzeptes, war unter anderem die Erhebung der individuellen Leistungsparameter (Puls, VO2Max, Kraftwerte, Körpervermessungsmerkmale, usw.), um an erkennbaren Defiziten zu arbeiten und natürlich auch um die Sportler anhand wiederkehrender Leistungskontrollen aufzuzeigen, welches Entwicklungspotenzial man eigentlich hat. Ein anderer Baustein war die Verteilung von notwendigen Trainingsmitteln (Hantelscheiben, Ringermatten, und vieles mehr) und natürlich auch die Ausgabe von allgemeinen (z. B. zum Thema Beweglichkeit, Koordination, Stabilitätsübungen und wöchentlichen CrossFit Challenges), als auch auf die Athleten speziell zugeschnittene Trainingsplänen.

Somit konnten alle willigen Sportler – und davon gibt es in Neckarweihingen angenehm viel – kontinuierlich weiter an sich arbeiten. Dank einer recht sportwissenschaftlichen Herangehensweise und einer sehr individuellen Betreuung durch die Trainer, konnten so die Athleten, an vielen kleinen Entwicklungsschritten mittlerweile ein Häkchen setzen. Das hat auch die Motivation befeuert, denn die aktuellen Leistungsparameter sprechen, wie eingangs schon erwähnt, eine sehr deutliche Sprache. Training unter Pandemiebedingungen kann also auch sehr erfolgreich gestaltet werden.

Aber es gibt natürlich auch Hürden und Umstände, von denen vermutlich jeder einzelne Verein mittlerweile sein eigenes Klagelied anstimmen könnte. Neben den teilweise undurchschaubaren Verordnungen, bei denen man neben der jeweiligen Inzidenz, auch noch die jeweils gültige Auflage der Stadt im Blick haben muss, verhindert so manch angesetzte Trainingsmaßnahme – was heute noch Gültigkeit hat, könnte morgen eine strafbare Handlung und übermorgen wieder erlaubt sein. Zudem hat man immer die Sorge, dass Sportler abspringen, da etwaige Ziele auf die es sich lohnt hin zu arbeiten, wie Turniere, Meisterschaften oder eine Mannschaftsrunde, sich in einer sorgenvollen Regelmäßigkeit, pandemiebedingt in Luft auflösen. Und rein politisch gesehen, hat man immer wieder mal das Gefühl, dass das Engagement der Vereine keinen hohen Stellenwert innehat. Dabei ist vermutlich Vereinsarbeit wichtiger den je, vor allem um den mittlerweile offenkundigen, brachliegenden sozialen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Für eine leistungsorientierte Jugend wie in Neckarweihingen, kommt aber noch ein weiteres Dilemma hinzu. Etliche Sportler sind bereits in württembergischen Leistungskadern geführt und rein leistungstechnisch betrachtet, werden hier sicherlich noch ein paar echte Topsportler folgen. Nur bringt das ganze nichts, wenn eine Leistungsbeurteilung momentan nicht möglich ist. Die berechtigte Frage der Sportler, welche Vorrausetzungen man benötigt, um überhaupt in den Kader zu kommen oder sich leistungsgerecht nach oben zu verändern, bleibt momentan unbeantwortet. Das ist nicht nur für die Sportler ein unbefriedigender Zustand. Denn eins darf man nicht vergessen, die Trainer und auch die Eltern investieren momentan unheimlich viel Zeit, um der Entwicklung der einzelnen Sportler gerecht zu werden.

Trotz aller Umstände hat sich in Neckarweihingen ein „jetzt erst recht“ etabliert, denn eins wissen die Sportler ganz genau – an ihnen wird in Zukunft kein Weg vorbei gehen und auf die hundertprozentige Unterstützung des gesamten Vereins können sie dabei ebenfalls zählen.

Autor: Tobias Ulamec

 

 

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