Interview mit Edgar Thomas / WRV-Cheftrainer Freistil

Was ist momentan Deine Hauptaufgabe?

Edgar: Für alle ist dies eine schwere Zeit. Wir wissen nicht was nächste Woche sich verändert.  Es ist wichtig untereinander mit den Ringern, Trainern und dem Präsidium in Kontakt zu bleiben. Ich mache mir natürlich Gedanken, wie soll es weiter gehen und wie halten wir unserer Athleten motiviert und fit.

Wie findet der Kontakt zwischen Dir und dem Präsidium statt?

Edgar: Jeder erlebt in seinem eigenen Umfeld, welche Veränderungen durch die Corona-Krise in der Arbeitswelt gerade stattfinden. Da in einigen Betrieben Früh- und Spätschicht situationsbeding eingeführt wurde, um die Mittarbeiter besser gegenseitig schützen zu können, müssen sich alle von der gewohnten regelmäßigen und dadurch einfachen Kontaktaufnahme verabschieden, aber ich sehe es auch als neue Herausforderung. Für mich ist der Vizepräsident Sport, Matthias Thimm, mein Hauptansprechpartner und wir koordinieren die Kommunikation so wie benötigt.

Anstehende Meisterschaften (DM, EM, WM), wie läuft die weitere Planung?

Edgar: Wir haben ein Paar gute „Eisen im Feuer“, z.B. mit David Wolf, Julian-Leonhardt Kellermann, Felix Fecher, Paul Steinhilber und Endrit Mustafa. Ich plane Richtung Sommer, wenn es dann erlaubt ist eine zentrale Besprechung bzw. eine geeignete Trainingsmaßnahme mit allen Kaderathleten und Trainern durchzuführen. Dann werde ich auch wissen, ob noch alle dabei sind. Genau deswegen ist mir der stetige Kontakt so wichtig. Die momentane Jahresplanung ist hinfällig, sobald die Situation überschaubarer wird, muss ich wie zu Beginn eines neuen Jahres alles neu Planen, das ist meine Herausforderung – da es hier dann auch sehr schnell gehen muss.

Die Bundesliga soll im Oktober wieder starten, davor evtl. noch Deutsche Meisterschaften, für Dich realistisch?

Edgar: Zum einem beginnen unsere WRV-Ligen bereits im September. Die DM Freistil-Meisterschaft wäre wenn sie noch stattfinden würde in Frankfurt/Oder, als WRV-Teilnehmer sehe ich momentan nur unsere Kaderathleten. Und die Notwendigkeit einer DM sehe ich auch nicht mehr gegeben. Wozu soll die DM dieses Jahr dann noch dienen?

Was sollten die Ringer unter diesen Bedingungen trainieren?

Edgar: Sie trainieren individuell, ich erhalte ständig Fotos und Videos vom Training. Es wird allgemein trainiert (Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit) sowie Stilartspezifisch (Brückentechniken z.B. Brückenbefreiung und Brückenüberschläge), dies kann mit Radfahren, Laufen, Kraftbeweglichkeit und Schnelligkeitstraining kombiniert werden.  Auf Lehrgängen und Stützpunktmaßnahmen können wir diese Trainingsmaßnahmen immer nur anreisen, dafür reicht die Zeit dann dort nicht umfänglich aus.

Einige Spitzenathleten in Fremdsportarten, in anderen Bundesländern, dürfen unter bestimmten Einschränkungen in Sporthallen wieder trainieren. Ist das eine Möglichkeit für unsere Spitzenathleten?

Edgar: Stand ist, alle Sportanlagen sind momentan noch geschlossen, dies bezieht sich auch auf die Sportstätten in Stuttgart sowie Freiburg. In der Sportart Turnen dürfen zwar olympianominierte Athleten/-innen trainieren, aber nur einzeln in der Halle und auch nur, wenn sie A-Kader sind. Unsere Sportart ist körperbetont, weiß ja jeder und da wird es natürlich ganz schwer, frühzeitig wieder gemeinsam trainieren zu dürfen. Wir sind jetzt gefordert, auch unter diesen Bedingungen frühzeitig für unsere Spitzensportler Strategien zu entwickeln. Ein geführtes Training könnte anfänglich so aussehen, dass wir in einem wieder geöffneten Trainingszentrum Krafttraining durchzuführen. Natürlich nur mit 2 oder 3 Ringern, hier z.B. Bankdrücken, Kniebeuge usw.

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